
Update
Juni 18, 2008Hallo Deutschländer,
mal wieder eine kleine Aktualisierung auf meiner Homepage:
WIe ich geschrieben hatte, beginnt heute das Abschlussseminar der hiesigen Freiwilligenorganisation in Buenos Aires. Ich war trotz erneuter Strassensperren durch die Landbevölkerung (Campo) in Urdinarrain angekommen, ein kleiner Ort mitten in Entre Rios auf halben Weg in die Hauptstadt, der Einsatzort drei anderer deutscher Freiwillige ist. Eben diese, Johannes (Juan), Adrian (Adrían) und Hendrik (Kike) sind heute früh um 3.30 mit dem Nachtbus abgefahren, ich bin alleine hier geblieben, weil ich gestern Fieber bekommen hatte. Das ist ärgerlich, aber es war einfach nicht möglich, zu reisen. Obwohl die Busse ja wirklich mehr als bequem sind, ist es doch nicht das Gleiche, wie in einem Bett zu schlafen. Also gehts in zweieinhalb Stunden mal wieder in die 17 Millionen-Metropole.
Auch in den Konflikt Campo-Regierung ist wieder mehr Licht gekommen: Der Redensfüher des Campos wurde eingesperrt, zwar nur für einen Tag, es reichte aber aus um eine neue, noch stärkere Protestwelle auszulösen.
Seit Jahren werden die Steuern auf landwirtschaftliche Produkte tedenziell angehöht. Begründet wird es damit, dass die (wirklich) gut verdienenden Bauern mit ihren Abgaben den Ausbau des sozialen Netzes unterstützen sollen. Jahre sind vergangen, passiert ist nichts. Jetzt werden unlängst die Steuern nochmals so krass erhöht, dass den Bauern nicht nur das Verständnis sondern auch ein existensnotwendiges Einkommen fehlt. Natürlich bleibt es weiterhin zweifelhaft, ob ein solcher nicht alle betreffender Disput eine Srassen-, Tunnel- und Brückensperrung, LKW- und Benzinlasterstops rechtfertigt. Auf der anderen Seite werden so wenigstens alle dazu gezwungen, eine Meinung zu haben.
Die einzige, die sich dazu nicht äußert, ist die Präsidentin. Nicht einmal auf Bitten seitens des Campos um den Dialog geht sie ein. Dass die Argentinier mittlerweile verzwiefelt sind und den Wiedereintritt in die Diktatur fürchten ist nicht nur verständlich, sondern auf den Straßen auch zu spüren.


